Wasserexperte Carsten Lackner – Wie können wir mit Trinkwasser heizen?

Shownotes

Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Es kommt frisch und kühl aus dem Wasserhahn – und steckt doch voller Energie! Denn aus Trinkwasser lässt sich Wärme gewinnen. Wie funktioniert das genau? Welche Vorteile bietet diese innovative Technologie? Welchen Beitrag kann sie zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung leisten?

In dieser Folge von „Wasser!Wissen“ spricht Host Mareike Andert mit Wasserexperte Carsten Lackner. Seit seinem Studium beschäftigt er sich mit Wasserthemen; mittlerweile insbesondere mit Schnittstellen wie der von Wasser und Wärme.

Im Gespräch erklärt Carsten Lackner, wie aus Trinkwasser Wärmeenergie gewonnen werden kann, wo das bereits eingesetzt und erprobt wird, was die Vor- und Nachteile dieser Technologie sind, ob Verbraucher*innen einen Unterschied merken würden, welche Unterschiede es zu Wärmegewinnung aus Oberflächen- und Abwasser gibt, welches Potenzial Trinkwasser als Wärmequelle für den deutschen Wärmebedarf hat sowie was ihn persönlich an dem Thema reizt.

Eigentlich haben wir angekündigt in dieser Folge der Frage nachzugehen, wie viel Wasser Schlachthöfe verbrauchen. Da das nicht klappt, hier ein Artikel zum Nachlesen.

Moderation & Redaktion: Mareike Andert Produktion & Sound Erik Hlacer

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00:00:00: Wärme ist tatsächlich das Sorgenkind sozusagen, so ein bisschen der Energiewende.

00:00:06: Und da müssen wir uns noch ein bisschen ansteigen.

00:00:07: Deswegen sind wir gerade auf der Suche nach erneuerbaren Wärmekwellen und Trinkwasser könnte eine kleine Theorie sein!

00:00:26: Wasser wissen – Der Podcast vom Forum Trinkwasser Alles rund um Wasserqualität, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

00:00:37: Hi, ich bin Marike Anders, Journalistin und Host von WasserWissen.

00:00:40: Dem Podcast vom Forum Trinkwasser, in dem wir über alle Fragen rund um Wasserqualität, Gesundheit und Nachhaltigkeit sprechen.

00:00:47: Eigentlich haben wir ja angekündigt der Frage nachzugehen wie viel Wasserschlachthöfe verbrauchen.

00:00:52: Leider klappt eine Podcast-Folge dazu nicht, aber wir packen euch einen Artikel in die Show Notes – da könnt ihr alles nachlesen!

00:00:59: Nicht weniger spannend ist unser heutiges Thema denn heute geht es um die Frage, wie wir dem Trinkwasser Wärmeenergie entziehen können, um damit zu heizen?

00:01:08: Unser heutiger Gast ist Wasserexpertek Carsten Lackner.

00:01:11: Er studiert Environmental Engineering Technology an der Technischen Universität Berlin und er ist also Umweltingenieur.

00:01:18: Sein Schwerpunkt ist das Thema Wasser.

00:01:20: An der Uni forschte er nach dem Studium auch dazu, und seit über zwei Jahren arbeitet er nun beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft kurz BDEW.

00:01:28: Hier arbeitet er zu Überschneidungsthemen unter anderem eben Wasser und Wärme.

00:01:33: Heute hier im Podcast spricht er als Wasserexperte nicht für den Verband BDEWE.

00:01:38: Hallo Carsten!

00:01:39: Schön, dass du da bist.

00:01:42: Mit Trinkwasserheizen, sprich Wärme, sogenannte thermische Energie aus Trinkwasser gewinnen.

00:01:48: Das klingt ein bisschen abgefahren.

00:01:50: Wenn ich den Wasserhahn auftrehe kommt das Wasser ja eigentlich ziemlich kühl aus dem Hahn?

00:01:55: Wie funktioniert das?

00:01:57: Und so sollte es auch sein.

00:01:58: Trinkwater sollte ja kühl und genießbar sein.

00:02:02: Ich hab's zumindest gerne kalt wenn ich es trinke.

00:02:05: Genau aber als Wärmekwelle kann auch ein kühleres Medium dienen.

00:02:10: die Wärmepumpe kann ja Wärme aus einem niedrigeren Temperaturniveau hochpumpen auf ein hohes Temperaturniveau und dabei Wärmen entziehen.

00:02:20: Und das funktioniert natürlich mit verschiedenen Medien, mit Luft.

00:02:22: Das funktioniert mit Wasser selbstverständlich.

00:02:25: Und Wasser hat Vorteile was als viel dichter als Luft und hat eine sehr gute Wärmekapazität so dass sie auch sehr viel Wärm transportiert.

00:02:34: also auch neun oder zehn oder elf Grad warmes Wasser hat immer noch relativ hohe Wärmes in sich Und die kann man nutzen, wenn man da Umweltswärmequellen sucht.

00:02:46: Da sind wir gerade, dass wir Umweltwärmekwellen brauchen, die in unserem Leben uns Wärme stenden sozusagen und wir benutzen eine Wärmepumpe um diese Umweltwärmekwellen anzuzapfen.

00:02:56: Das kann im Einzelfall z.B.

00:02:58: beim Einfamilienhaus auch nur Luftwärmerpumpe sein.

00:03:00: aber grade für größere Anwendung oder für größre Netze ist Luft dann irgendwann nicht mehr effizient und man muss sich dann irgendwie auch andere Wärmekwellen suchen.

00:03:09: Trinkwasser könnte eine so eine Wärmequelle sein.

00:03:13: Und woher kommt dann genau die Wärmel, den man diesem Trinkwasser entzieht?

00:03:17: Das kommt ein bisschen darauf an, wo das Wasser herkommt.

00:03:20: Wir nutzen zu großen Teilen Grundwasser und unsere Erde, unser Boden hat eine gewisse Grundtemperatur.

00:03:27: Das ist oft so die klimatologische Mitteltemperatur des jeweiligen Gebietes, der jeweilige Region.

00:03:32: Das sind bei uns neun bis zehn bis elf Grad in Städten auch mal zwölf oder dreizehn Grad im Untergrund.

00:03:39: Grundwasser sich befindet hat dann einfach diese elf Grad und dadurch warm, auch im Winter, hat es immer noch dieser elf Grad.

00:03:47: Und durch eine Wärmepumpe kann aus diesen elf Grad eben sehr viel mehr werden?

00:03:51: Genau richtig!

00:03:52: Die Wärmepumpe schafft es sozusagen, Wärmen nach oben zu pumpen also gegen den Temperaturgradienten zu pumpen das ist quasi ihre Aufgabe und kühlt dabei das Medium ab um einen gewissen Punkt je nachdem wie man's eben einstellt.

00:04:07: sozusagen Wärme in hohe Temperaturen hoch und kann dann auf ... ... vierzig, fünfzig oder sogar sechzig, siebzig Grad kommt auf die Wärmepumpe an.

00:04:14: Ganz das ist sehr individuell ... ... ja, Temperatur erhöhen.

00:04:17: Genau.

00:04:18: Und hohe Temparatur zur Verfügung stellen für Nutzzwecke wie zum Beispiel Raumwärme oder Warmwasser.

00:04:23: Mhm.

00:04:23: Genauso als meine nächste Frage gewesen.

00:04:25: Für was kann man denn diese Wärmerenergie da nutzen?

00:04:27: Also zum Heizen, das hast du jetzt gerade schon gesagt.

00:04:29: Genau genau also es gibt individuelle Lösungen.

00:04:32: Es gibt der verschiedenste Wärmenetze und Vorlauftemperaturen, also welche Temperatur man braucht letztendlich für eine Heizung.

00:04:40: Zum Beispiel könnten schon forty-fünfundvierzig Fünfzig Grad ausreichend sein wenn es ne moderne Heitzung ist.

00:04:45: in den klassischen Bestandsgebäuden haben wir ja oft vor laufthemperatur von sechzig fünfundsechzig Grad und das ist auch die Volllauftemperatur die man für Ne Warmwasser Erzeugungen bräuchte Aus hygienischem Gründen.

00:04:55: Und Welche technische Infrastruktur is dann notwendig damit ich Austrinkwasser wärme gewinnen kann?

00:05:01: Technisch ist das eigentlich kein Problem, es ist bekannt.

00:05:05: Man bräuchte nur einen Wärmetauscher also zum Beispiel so ein Rohrbindelwärmetauscher, eine Rohre die in einem anderen Rohr liegen wo dann die Medien aneinander vorbeifliessen getrennt voneinander und sich nur thermisch austauschen sozusagen genau und das könnte dann z.B.

00:05:20: im Zwischenkreis passieren.

00:05:22: und dann könnte ne Wärmepumpe aus dem Zwischen Kreis direkt Temperatur abkühlen.

00:05:28: Wärmepumpe, die ist bekannt funktioniert mit einem Kältermittel was auch bei niedrigen Temperaturen verdampfen kann.

00:05:34: Das ist egal ob das Trinkwasser ist oder ob das andere Wasserressourcen sind.

00:05:38: wie gesagt Geothermie ist ja zum Beispiel eine.

00:05:40: noch ein Grund anderes Grundwassertiefe zum Beispiel oder auch Oberflächenwasser oder Abwasser.

00:05:46: Technisch ist es eigentlich erstmal egal was für einen Wasser das ist.

00:05:49: wichtig ist dann halt nur welche Temperaturen quasi vorhanden sind und welche Temperatur man abkühlen

00:05:55: möchte.

00:05:55: Neben diesen ganzen technischen Dingen, welche Akteure sind denn zentral?

00:06:00: Genau auf der einen Seite steht natürlich ganz klar der Trinkwasserversorger.

00:06:03: Er hat auch die Verantwortung über das Medium-Trinkwasser für dieses Lebensmittel, was er letztendlich verteilt und genau er hat auch den Zugang und die Verfügung über das Wasser und übers Netz und über alle Anlagen.

00:06:15: also der ist ja sozusagen Zentra auf der anderen Seite letztendlich der Trinkwasserversorgung, aber nicht der Wärmeversorger sein in den seltensten Fällen.

00:06:23: Also manchmal ist es natürlich im Stadtwerk als Querverbund zu unternehmen, dann kann das natürlich dieses Stadtwerk sein zum Beispiel.

00:06:29: Aber wenn's ein einzelner Trinkwasservorsorge ist, wird ja nicht ins Wärmegeschäft einsteigen wollen und der müsste mit einem Entversorge oder auch immer das Wärmenetz betreibt in eine Kooperation gehen.

00:06:43: Der Wärmeversorger oft zum Beispiel der Wärmenetzbetreiber oder wer auch immer den Wärmebedarf anfragt, das Schwimmbad

00:06:52: z.B.,

00:06:52: oder das Museum wie gesagt was dann sagt hey hätten wir Interesse dran.

00:06:58: Das heißt es muss dann zwischen diesen beiden Akteuren müsste dann auf jeden Fall alles geregelt werden und da ist natürlich klar dass der Wasserversorger da auf jeden fall das absolute Veto Recht sozusagen hat weil er Verantwortung trägt über dieses Medium.

00:07:13: Und dann muss auf jeden Fall immer das örtliche Gesundheitsamt letztendlich mit am Tisch sitzen und auch frühzeitig eingebunden sein, weil die letztendlichen den Daumen heben oder senken, weil sie die Verantwortung letztendig über dem menschliche Gesundheit vor Ort haben und natürlich dann auch Verantwortung tragen.

00:07:32: Das ist dann über eine Genehmigung regeln.

00:07:34: also das ist im Einzelfall genehmigungspflichtig.

00:07:37: Du hast jetzt vorher schon den Vergleich zur Luft gezogen.

00:07:41: Welche Vorteile hat Energie aus Trinkwasser zu gewinnen, denn noch vor allem wollen wir auf sonst gängige Wärmequellen wie Kohle und Gas schauen?

00:07:50: Dass sie nicht fossil sind, dass sie erneuerbar sind.

00:07:54: Dass es eine ganz klar erneubare Energie ist auch wenn ich vorher darüber geredet habe.

00:08:00: Unser Bodentemperatur ist es ja quasi fast wie eine oberflächennahe Geothermie, so ein bisschen.

00:08:06: Es wird auch Erdwärme entzogen letztendlich und ErdWärme ist erneuerbar.

00:08:10: Das ist eine Wärme die wieder aufgefrischt wird sozusagen sowohl durch den Boden selber als auch durch das Klima durch die Oberfläche.

00:08:18: Und dadurch, sie sind eben CO-neutral.

00:08:21: Der kann uns helfen in der Anstrengung unsere Wärme zu dekarbonisieren.

00:08:25: Wärm ist tatsächlich das Sorgenkind sozusagen so ein bisschen der Energiewende.

00:08:29: Man spricht auch, dass die Wärmelwände der schlafenden Riese der Energievende ist weil wir hören ja, dass Strom schon sehr gut dekarmonisiert ist bis zu sixty fünf Prozent war glaube ich letztes Jahr.

00:08:38: aber Wärmer sind bis jetzt nur zwanzig Prozent grün oder erneuerbar und da müssen wir uns noch ein bisschen anstrengen.

00:08:45: deswegen sind wir gerade auf der Suche sozusagen nach erneuherbaren Wärmekwellen Und Trinkwasser könnte also relativ theoretisch sein.

00:08:51: Genau, Wärme aus Trinkwassern ist ja aber bisher erst mal eine Technik die noch erprobt wird, steckt noch so ein bisschen in den Kinderschuhen.

00:08:59: Wo wird denn die Nutzung von thermischer Energie aus Trinckwasser in Deutschland bereits getestet?

00:09:05: Also hast du da konkrete Beispiele aus Deutschland?

00:09:08: Bevor wir nach Deutschland gehen können wir auch ganz gerne kurz mal in die noch gucken wo es noch gemacht wird.

00:09:13: In der Schweiz zum Beispiel gibt's eine Rohwassernutzung das Rohwasser vor der Trinkwasseraufbereitung schon thermisch genutzt wird.

00:09:20: In Kopenhagen gibt es auch einen Stadtviertel, wo das schon seit ein paar Jahren glaube ich genutst wird und in den Niederlanden wird das auch schon in einigen kleinen regionalen Orten benutzt.

00:09:30: In Deutschland ist das nicht genehmigungsfähig da die Trinkwasserverordnung relativ klar was das angeht.

00:09:37: aber für dem Zweck Trinkversorgungsanlage selber kann man das nutzen.

00:09:45: Und es wird auch in einigen Bereichen, wo das schon genutzt ist, dass man quasi das Betriebsgebäude des Wasserwerks schon geheizt hat damit.

00:09:53: Da gibt's ein paar Beispiele – das aktuellste Beispiel zum Beispiel ist in Lüneburg.

00:09:57: Da wurde ein Pilotprojekt umgesetzt und die örtliche Gesundheitsamt hat sich das angeguckt und das genehmigt.

00:10:04: Das heißt, im kleinen Maßstab ist es in Deutschland auch schon vorhanden sozusagen Genau, aber groß technischen Maßstab ist es in Deutschland nicht genehmigungsfähig.

00:10:13: Deswegen gibt's auch noch keine Erfahrung in diesem Bereich.

00:10:18: Du hast jetzt so die internationale Ebene schon angesprochen?

00:10:21: Also sind da dann Sachen, die wir uns hier in Deutschland auch abschauen können?

00:10:25: Nein!

00:10:26: Also Trinkwasser-Qualität ist zum Beispiel auch in der Schweiz sehr hoch und sehr hoch angesehen.

00:10:33: In anderen Ländern ja anders.

00:10:34: also es gibt nur drei Länder auf der Welt, die ich kenne.

00:10:37: Ich glaube das ist Schweden Deutschland und die Schweiz, wo Trinkwasser zum Beispiel umgeklaut aus der Leitung kommt.

00:10:43: Also wir haben eine andere Trinkwasserkwalität und einen anderen Anspruch vielleicht auch an unsere Trinkwater?

00:10:48: Und wir haben auch in den Wärmennetzen also auf der Wärmeseite ein bisschen andere Voraussetzungen teilweise.

00:10:52: Man kann Sachen von Lernen aber eins zu eins übertragen ist geht nicht!

00:10:57: Wir müssen da auf jeden Fall unsere eigenen Erfahrungen und unseren eigenen Learnings machen glaube ich.

00:11:03: Auch sind ja sowohl das Trink- ... wie Trinkwasernetze in einzelnen Städten als auch die Wärme Netzen oder Wärmesenken in einzelnen Städten unglaublich individuell.

00:11:13: Und deswegen muss man das immer im Einzelfall betrachten, ich glaube nicht dass man das sozusagen sagen kann ach hat auch geklappt lasst uns das eins zu eins einfach übernehmen.

00:11:21: ist eigentlich in der gesamten Wärmediskussion selten der Fall, dass man es umklappen und einen großen Stil ausrollen kann?

00:11:30: Tatsächlich gibt es natürlich die gleichen Fragen, die sich stellen.

00:11:33: Die fragen nach okay wie verhält sich diese Temperaturabsenkung dann weiter im Netz?

00:11:37: Wie kann ich das nutzen in einem Wärme auf der Wärmeseite und so weiter.

00:11:41: also dass die Fragen die sie stellen sind schon ähnlich und deswegen können wir da schon glaube ich einiges daraus lernen.

00:11:48: Du hast es jetzt gerade schon so ein bisschen aufgeworfen diese Frage.

00:11:52: Die habe ich mir nämlich auch gestellt, wenn wir jetzt den Trinkwasser wärme entziehen bevor's dann hier bei mir aus der oder in der Küche aus dem Wasserhahn kommt muss nicht mehr da als Verbraucherin Sorgen machen dass dadurch die Qualität des Trinkwassers irgendwie beeinträchtigt ist?

00:12:09: Nein also die Qualitet des Trinkenwasser steht immer an oberster Stelle und immer an voraster Stelle.

00:12:14: das ist glaube ich Das kann man ja gar nicht oft genug betonen.

00:12:18: Das ist, glaube ich für uns aus der Branche manchmal so selbstverständlich aber eigentlich kann man das immer wiederholen.

00:12:26: Qualität des Trinkwasers ist immer ein oberster Stelle und jede Nutzung – und es steht auch ganz klar in der Trinkwasserverordnung – ist unter diesem Überschrift, dass die Qualität eines Trinkwassers auf gar keinen Fall leiden darf.

00:12:40: Die nächste Frage nach der Qualität, die man sich stellen könnte, ist die Temperaturfrage.

00:12:43: Merke ich denn ob das was auch tatsächlich kälter aus meiner Leitung kommt?

00:12:46: Und das ist tatsächlich eine Frage, die dann wieder individuell zu dem Trinkwassernetz ankommt natürlich.

00:12:56: Wie weit das Trinkwasser abgekühlt wird?

00:12:58: Es gibt einige Pilotstudien und Projekte, die gezeigt haben dass der Großteil der Kunden gar nichts merkt also dass man einfach genau eine Temperaturänderung nicht messen kann weil sich das Wasser im verteilen Netz und im dem einzelnen Anschlüssen, wo das der Durchmesser dann immer kleiner wird bis hin zum Hausstandschluss.

00:13:22: Sich das Wasser einfach wieder erwärmen weil es ja immer noch durch die durch den Boden geführt wird oder durch die Erde geht Und die Erde da immer noch warm ist sozusagen mit seinen zehn elf zwölf Grad je nachdem... ...und das trinkt was er einfach wiedererwärmt wird.

00:13:34: Das ist quasi wie ein riesiger Wärmecollektor und das Wasser kommt einfach mit zwölft Grad oder mit elf Grad bei dir zu Hause an egal wie viel Wärme vorher entzogen wird.

00:13:44: Es gibt auch eine Studie, die gezeigt hat dass das einige Kunden theoretisch also dass es messbar ist.

00:13:49: noch die Temperaturabsenkung und da ist natürlich dann die Frage was ist da akzeptabel oder was besuchen sozusagen?

00:13:57: Ist es egal?

00:13:58: ich bin halben Grad würde man klasse Kunde ja gar nicht merken.

00:14:02: aber das ist eine frage die man sich stellen muss die glaube ich auch in den Projekten und Forschungsprojekte die vielleicht jetzt noch anstehen auch geklärt werden muss Weil der Großteil unserer Trinkwassernutzung zu Hause im Haushalt, da wollen wir unsere Trinkwasser erwärmen auf irgendeine Art und Weise.

00:14:17: Also egal ob wir duschen sind oder waden sind, da wird das Wasser erwärmt.

00:14:20: aber auch im Geschirrspüler und in der Waschmaschine wird das Wasser eventuell erwärmt.

00:14:24: Und wenn natürlich das Wasser deutlich kälter ankommen würde, würde es ja zur Mehrerwärmung führen und dadurch mehr Kosten verursachen.

00:14:31: Das ist dann zum Beispiel Fragen wo auf jeden Fall der Verbraucherschützte auch im Zentrum einer Forschungsfrage stehen müsste was man also zu klären hätte.

00:14:39: Und du hattest es vorhin auch schon so ein bisschen angesprochen, dass Trinkwasser ja nur eine mögliche Wasserquelle ist der Wärme entzogen werden kann?

00:14:49: Man kann nämlich eben auch Oberflächenwasser, also Flüssen und Seen oder eben im Abwasser Wärmen ziehen.

00:14:54: Welche Unterschiede gibt's denn da bei den Techniken?

00:14:57: Genau, das kommt jetzt richtig!

00:14:59: Es gibt eigentlich zwei große Unterschiede.

00:15:01: Einmal nämlich das Potenzial, was dahinter steckt Und zum anderen die Hürde das technisch umzusetzen sozusagen.

00:15:10: Vom Potential her kann man ganz klar sagen, dass die Wärmenutzung aus Trinkwasser ein kleines Potenzial ist.

00:15:16: Irgendwo nicht zu sagen ein sehr kleines potenzial gerade wenn man es deutschlandweit integral betrachten würde selbst wenn er großzügig rechnet also zb ein Drittel der Trinkwassernutzung jetzt und sagt okay vier Kälvien würde man abkühlen Selbst dann würde man nur an Anführungsgeräten auf.

00:15:32: sieben Terrawadstunden sind viel, aber rein von der Rechnung her.

00:15:37: Wenn man das vergleicht mit dem wärmen Bedarf in Deutschland, der über sechshundert Terrawads Stunden ist, ist es quasi ein bis zwei Prozent die man da deutschlandweit dekarbonisieren könnte.

00:15:48: Aber auf der anderen Seite kann es natürlich regional oder an einzelnen Stellen, an einzelne Punkten durchaus Sinn machen.

00:15:55: und wenn man jetzt ein kleineres Wärmennetz hat wo man sonst keine Möglichkeiten findet, wirtschaftlich das zu dekarbonisieren.

00:16:02: Dann kann unter deiner Nähe eine große Trinkwasser-Hauptleitung ist oder ein großer Behälter oder ein großes Wasserwerk ist.

00:16:09: dann kann man dazu gerne auch zwanzig dreißig Prozent in diesem Einzelfall sozusagen dekarmonisierte Grundlastfähige werden wir bereitstellen.

00:16:17: aber genau deutschlandweit ist das Potenzial einfach relativ klein.

00:16:21: Das ist bei Abwasser zum Beispiel ganz anders.

00:16:23: wenn man da rechnen würde Abwasser, als auch deutlich wärmer muss man dazu dann sagen und dadurch kann man es natürlich noch ein bisschen mehr abkühlen.

00:16:31: Das sind das zum Beispiel bis zu siebzig Terawattstunden, je nachdem wie welche Annahmen bei der Berechnung benutzt.

00:16:39: V.a.

00:16:39: für dreimal fünfzig bis siebzicht Terawatte schon.

00:16:42: Da sind dann schon acht bis zehn bis fünfzehn Prozent hier nach dem was der Wärmebedarf ist deutschlandweit.

00:16:46: Und wenn man dann bis Oberflächen Wasser geht dass ja auch im Winter noch positive Temperatur hat oftmals gerade große Flüsse durchaus.

00:16:57: Die fränen nicht zu und selbst wenn sie nur oberflächlich zufrähen unten drunter fließen, sie hat trotzdem noch mit minimal vier Grad Celsius dann könnte da bis zu hundert oder dreihundert Terawatt Stunden drin stecken in den Flüssen oder sogar noch mehr je nachdem wie man brechnet Und das ist natürlich ein ganz anderer Hausnummer.

00:17:16: Da könnte man quasi fast so die Hälfte des Wärmebedarfs deutschlandweit decken Wenn man das mal potenziell betrachten würde.

00:17:25: Das sind natürlich andere Größenordnungen.

00:17:26: Und zum Zweiten, die technische Umsetzung oder die Hürde der technischen Umsetzung ist auch noch mal eine andere.

00:17:31: Wenn man von Trinkwasser redet, redet man von einem Lebensmittel.

00:17:34: D.h.,

00:17:34: da ist natürlich die Notwendigkeit nochmal zu monitoringen und zu gucken und zu messen vielleicht ein Sicherheitskreis wie gesagt einzubauen zwischendurch nochmal höher als zb beim Abwasser oder beim Oberflächenwasser wo man eben nicht mit dem Lebensmittel handiert sondern Das ist ja nur ein Anführungszeichen mit einem natürlichen Medium, was dann wieder in die Natur entlassen wird.

00:17:57: Was keine hohen Qualitätsansprüche hat und somit ist da die technische Hürde auch einfach bisschen geringer und wird wahrscheinlich letztendlich zu niedrigeren Wärmengestellungskosten führen.

00:18:12: Weshalb das wirtschaftlich auch mehr Sinn macht nicht nur Potenzialbetrachtungen sondern eben auch was die Wirtschaftlichkeit angeht.

00:18:21: Aber das sind natürlich an individuelle Entscheidungen, die dann der Betreiber, wer auch immer das machen möchte, entscheiden muss.

00:18:26: Genau du hast jetzt schon diesen Blick in die Zukunft geworfen.

00:18:29: so ein bis zwei Prozent des Wärmebedarfs in Deutschland könnte potenziell quasi aus Trinkwasser geworden werden.

00:18:37: Was ist denn dann so deine Einschätzung?

00:18:39: Welche Rolle wird in Wärmenergie aus Trinq-Wasser in Zukunft in Deutschland spielen?

00:18:44: Ich denke also aus den zwei genannten Gründen aus der Potenzialbetrachtung dass es eben deutschlandweit und integral nicht der große Wurf sein wird, drehen rechnerisch.

00:18:54: Und aus der Hürde der Wirtschaftlichkeit heraus betrachtet wird das in einigen Orten in Deutschland nur maximal stattfinden.

00:19:02: Es wird nicht flächendeckend eingesetzt werden.

00:19:05: Da würde ich meine Hand ins Feuer legen, effizienztechnisch-wirtschaftlich, also rein vom Bedeutung des Begriffs Wirtschaftlichkeit, was auch Effizienzen angeht keine übergeordnete Rolle sein wird.

00:19:17: Allerdings kann es in einzelnen Fällen, in einigen Orten durchaus Sinn machen.

00:19:22: Also gerade wenn's die Örtlichkeit das hergibt... ...das sind vielleicht ein Wärmenetz für Ortes und große Trinkwasserleitungen oder Behälter oder Rohwasser-Wasserwerk... ...dass Rohwasser nutzt vorliegt und direkt daneben schwimmbad oder im Museum oder was auch immer eine Wärme... Senke, also jemand der Wärmebrauch auch vorliegt.

00:19:47: Dann kann das im Einzelfall halt durchaus sinnmache und wirtschaftlich sein Und da kann ich mir vorstellen dass es in Zukunft mehr Anlagen geben wird als es zurzeit gibt.

00:19:58: Kannst du noch mal so die technische Seite beschreiben?

00:20:01: wenn man quasi jetzt das Trinkwasser in irgendeiner Form gefasst hat Wie ist dann quasi passiert dass die Energie dann daraus entzogen wird?

00:20:11: Also es gibt erstmal verschiedene ... Orte der Wärme, wo man das jetzt überlegen könnte.

00:20:15: Einmal das Rohwasserform-Wasserwerk sozusagen vor der Anlage.

00:20:20: Wie könnte man nutzen?

00:20:22: Man könnte das Wasser aus einer Hauptleitung oder zum Beispiel direkt nach dem Wasserwerk in der Hauptleitung versuchen zu nutzen... ...oder man könnte es in einem Behälter nutzen also im Hoch- oder Tiefbehälter, wo's irgendwie aufbewahrt wird zwischengelagert wird.

00:20:36: Es gibt ja Imwasserwerk und Beinwasserbehältern Es gibt ja manchmal aber auch so was wie Hochbehälter oder Tiefbehälte auf dem Weg innerhalb eines Wassernetzes.

00:20:45: Im Prinzip würde man immer versuchen einen Bypass zu legen und eine Leitung noch mal extra zu legen, wo dann die Musik sozusagen spielen soll damit man im Notfall falls irgendetwas ist oder wenn es Revision ist man auch diese Nutzung wieder schließen könnte.

00:21:04: In der Währendernutzung hätte man das Wasser aber dann quasi durch diesen Beipass oder durch dieses extra Rohr fließend.

00:21:09: Und dort würde man einen Rohr-Wärmetauscher haben, wo zum Beispiel auch Wasser vielleicht sogar voll in Salz des Wassers im Kreislauf fließt als Sicherheitskreis und dann würde man nochmal ein Wärmetaucher haben, bei dem die Wärmepumpe ihr kälte Mittel haben würde.

00:21:27: was verdampft im zweiten Wärmetauscher, und das kann dann direkt von der Wärmepumpe weiterverarbeitet werden oder in den Heizkreislauf geschoben werden.

00:21:35: Genau dieser Zürchtkreis oder diese Sicherheitskreis macht deswegen Sinn weil man dadurch eben nochmal eine Möglichkeit hat zu monitorn.

00:21:43: Das könnte zum Beispiel ein kleinerer Druck sein als die Trinkwasserseite sozusagen so dass selbst wenn irgendwie was ja unwahrscheinlich ist ein Lack zB entstehen würde im Rohrbündel-Wärmetauscher Trinkwasser verunreinigt würde, sondern trinkwasser mal austritt.

00:22:00: Das ist also immer eine druckfrage und wenn man folgensatzes Wasser nehmen hätte man zum Beispiel die stehen Scham dass man mit einer ganz einfachen Leitfähigkeit Sonde online messen könnte in der Echtzeit eine einfache physikalische Messung falls eine Verunreinnigung passieren würde.

00:22:15: dann würde man sofort das sehen sozusagen dass sich ja die Leitfähigkeit ändern würde.

00:22:20: Dann könnte man sofort auch automatisch eigentlich sogar Nutzung einstellen können und diesen Beipass schließen können.

00:22:27: Das wäre zum Beispiel so ein komplett sicherer, sicheres System.

00:22:30: Und da hätte man sozusagen selbst alle Risiken abgearbeitet.

00:22:35: Das wär z.B.

00:22:35: so ein System was man sich vorstellen könnte und das zum Beispiel auch in der Schweiz genutzt wird.

00:22:40: Ich glaube auch in Jüneburg ist es genauso aufgebaut dass das im BeipASS mit Zwischenkreis die Wärmepumpe fließt.

00:22:46: Das sind also die Aufbauten wie sie derzeit zu finden sind.

00:22:50: Zum Schluss würde mich jetzt mal noch interessieren, was fasziniert denn dich persönlich am Thema Energie aus Trinkwasser?

00:22:57: Ich finde das interessanteste an dem Thema ist wie die Leute darüber diskutieren und wie unterschiedlich auch die Sichtweisen darauf sind.

00:23:06: Im Prinzip ist es der Versuch, die Wärmewände voranzutreiben auf der einen Seite.

00:23:12: Die Leute sind auf der Suche nach umweltfreundlichen Wärmekwellen Auf der anderen Seite hat man eben mit einem Lebensmittel zu tun.

00:23:19: Das ist also wirklich ein sehr starkes Spannungsfeld und die, man kann sich vorstellen wie unterschiedlich dann auch die Sichtweisen auf dieses Thema sind.

00:23:29: Und man muss manchmal sich wieder bewusst werden dass das Trinkwasser in Deutschland so eine hohe Stellung hat.

00:23:37: Man muss Verständnis entwickeln, dass halt einige Stimmen da sehr konservativ sind progressiv sind.

00:23:44: Und das ist ein wirklich interessantes Spannungsfeld, also macht Spaß auch sich darin zu bewegen, auch wenn es nicht immer einfach ist genau.

00:23:53: Gibt's da so konkrete Fragen die ich dann gerade besonders umtreiben bei dem Thema?

00:23:59: Die größte Frage, die sich zurzeit stellt, ist eigentlich die Frage nach der Genehmigungsfähigkeit.

00:24:03: denn wie schon am Anfang vielleicht gesagt hatte, ist es ja im Kleins gar nicht für einen Wasserwerk zur Zeit ... genehmigungsfähig vom örtlichen Gesundheitsamt.

00:24:15: Aber eben nicht im großtechnischen Maßstab, es ist nicht genehmigungssfähig.

00:24:17: Da ist die Trinkwasserverordnung relativ eindeutig.

00:24:20: Trotzdem gibt es eben Orte und Projektideen, sage ich mal auch Machbarkeitsstudien... ...die zeigen oh hier könnte das aber durchaus Sinn machen?

00:24:29: Und da ist es aber nicht möglich!

00:24:31: Da sagt das örtliche Gesundheitsamt vielleicht auch wir würden gerne Es macht Sinn, aber wir können nicht weil's geht nicht.

00:24:40: Wir können nicht, weils geht nicht Stößt natürlich auch manchmal auf Unverständnis, wenn es Sinn macht.

00:24:45: Warum sollte das nicht möglich sein?

00:24:47: Und da wird gerade so ein bisschen... Da gibt's gerade Bewegungen in der Geschichte, dass das überlegt wird, das rechtlich möglich zu machen und das ist auch im Pilotmaßstab sozusagen auch mal geguckt werden können, damit wir eben Learning-Sachen lernen können aus dieser Anlage eine Ermöglichungsmentalität vielleicht auch vom Gesetz her zu kriegen, dass man also so eine Art Experimentierklausel kriegen könnte, dass man unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel das die Qualität auf gar keinen Fall beeinträchtigt wird.

00:25:18: Dass man da eben mal ein Projekt starten könnte und lernen könnte wie das dann in Deutschland mit den örtlichen Gegebenheiten aussehen könnte.

00:25:28: Das sind gerade so Fragen, die aktuell diskutiert werden.

00:25:32: Es wird aber wahrscheinlich vorangehen also es wird ja in den nächsten Monaten und Jahren ... durchaus Veränderungen geben und vielleicht treffen wir uns ja dann irgendwann wieder zu einem Podcast-Folge.

00:25:44: Und dann kann ich der Mann Update geben, weil glaubst du in den nächsten zwei Jahren wird da einiges passieren?

00:25:50: Ja, würde auf jeden Fall auch spannend sein was jetzt gerade so in den Projekten in Lüneburg oder anderswo passiert... ...was dann dafür Erfahrungen gemacht werden in quasi so einer Praxis.

00:26:00: Das ist nicht mehr nur so am Schreibtisch passiert!

00:26:02: Okay super damit sind wir auch am Ende dieser Folge von Wasserwissen.

00:26:08: Vielen Dank, Carsten.

00:26:08: Für die spannenden Einblicke hat Spaß gemacht!

00:26:11: –

00:26:12: Vielen Dank dir, Marike.

00:26:19: Das war Wasserexperte-Carsten Lackner darüber wie man dem Trinkwasser Wärme entziehen kann um mit dieser Energie zu heizen.

00:26:26: Für mich war das ein spannender Perspektivwechsel auf unser Trinkwasser.

00:26:30: Unser Lebenselixier Nummer eins sorgt also nicht nur dafür dass wir Menschenenergie geladen durch den Tag gehen sondern in Zukunft trägt es erstens auch dazu bei einen kleinen Teil der Energie zu erzeugen Und ist dann auch noch klimafreundlich.

00:26:42: Hört gerne wieder rein und abonniert unseren Podcast für alle Themen rund um Trinkwasser, das ist kostenlos und hilft uns und stimmt trinkwasser sehr!

00:26:50: Ihr findet uns auf allen Podcast-Plattformen.

00:26:53: Für Feedback schreibt uns über Instagram oder LinkedIn.

00:26:56: Tschüss und bis bald.

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